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Nina
Hagen war mein Idol
Ihre
Mutter, ein enges christliches Umfeld und Nina Hagen prägten
Natalie Stangls Vorstellungen über Gott. Den Glauben erlebte
sie in ihrer Jugend immer mehr als einengend. Sie versucht sich
davon zu lösen und geriet in eine Lebenskrise.
Heute bestimmen nicht mehr die Glaubenserfahrungen anderer ihr
Leben.
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ERlebt - Natalie Stangl
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Als Natalie Stangl elf
Jahr alt war, veränderte sich das Leben ihrer Mutter radikal. «Sie fand
im christlichen Glauben einen neuen Sinn und wurde frei von schweren Depressionen»,
erzählt sie. Ihre Mutter teilte ihr mit, dass Jesus für unsere Sünden gestorben
sei und auch für sie ein neues Leben geschaffen habe. Dieses neue Leben
wollte Natalie Stangl kennen lernen, und so vertraute sie in einem Kinderlager
Jesus ihr Leben an.
Später lernte sie Nina Hagen kennen - eine Frau, die
auch während den wildesten Phasen ihres Lebens nach klaren christlichen
Prinzipien wie Nächstenliebe, Vergebung, Grosszügigkeit und Barmherzigkeit
lebte. «Und ich hatte den Eindruck, dass Jesus trotz aller Vermischung
mit Buddha und Allah einen Platz in ihrem Herzen hat», macht sie deutlich.
Als Natalie Stangl als Elfjährige
ihr Leben Jesus anvertraute, war sie glücklich. Sie las viel über Jesus
und führte stundenlange Gespräche mit ihm. «Ich war ein braves Mädchen»,
meint sie heute nachdenklich.
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Sie kam dann aber mit Menschen aus
christlichen Kreisen in Kontakt, wo vieles übertrieben wurde. «Es gab
manchen gut gemeinten Zwang, und man kapselte sich von der so genannten
bösen Welt ab», führt sie weiter aus.
Die Freude über das Alltägliche verschwand. In den Zirkus
gehen oder Schlittschuh laufen wurden zu verbotenen Handlungen. «Jesus
wurde zu einer lebensfeindlichen, langweiligen Figur, die mit einer Leichenbittermiene
am Kreuz hängt.» Und das Leben mit solch einem Gott erschien Natalie Stangl
alles andere als erstrebenswert. Ein Leben voller Freiheit, ohne starre
christliche Formen, wurde viel interessanter. Durch ihr neues Outfit,
die Kleidung, die Schminke und ihr Verhalten begann sie sich gegenüber
dieser engen Form des christlichen Glaubens abzugrenzen. Ihr eigener freier
Wille war ihr wichtig. Und es war lässig, wie Nina Hagen auszusehen. Die
einengenden religiösen Formen hatten nicht mehr viel mit dem Jesus zu
tun, der ihr im Kinderlager begegnet war.
Der Rückzug aus der christlichen Gemeinschaft
blieb nicht unbemerkt. Mitten auf offener Strasse erhielt sie von einem
Prediger eine Ohrfeige, als sie sich mit vier- oder fünfzehn Jahren weigerte,
weiter in den Gottesdienst zu kommen.
Solche negative Erfahrungen wollte Natalie Stangl
hinter sich lassen. Eine Lehre hier in der Schweiz kam für sie erst viel
später in Frage. Ihr Ziel war es, nach Amerika zu gehen, um Schauspielerin
und Sängerin zu werden. Mit ihrem Trip wollte sie beweisen, dass sie ohne
Gott besser leben könne. In Amerika lernte sie ihr Idol Nina Hagen persönlich
kennen. Schwer beladen mit Sammelmappe, Fotos und Zeitungsausschnitten
über die Rocksängerin ging sie zu einer Autogrammstunde. Noch am selben
Abend besuchte sie Nina Hagen zu Hause. Wochen
später, bei einem Gespräch über Gott und die Welt, liess sie folgende
Aussage von Nina Hagen über Jesus aufhorchen: Jesus Christus ist der Weg,
die Wahrheit und das Leben.
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Mit der Karriere in Amerika klappte es für Natalie
Stangl nicht ganz. Nach einer Enttäuschung in einer Beziehung begann sie
mit zwanzig Jahren wieder in der Bibel zu lesen und zu beten. Ihre Probleme
waren ihr über den Kopf gewachsen. Sie hatte versucht zu beweisen, dass
es ohne Gott besser gehe, war aber gescheitert.
Alle ihre eigenen Anstrengungen, die beruflichen
Lorbeeren, das extravagante Aussehen, das Rauchen oder die Discobesuche
hatten sie nicht weitergebracht.
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In dieser Situation begann Natalie Stangl über
die Aussage von Nina Hagen nachzudenken. Dank ihrem Idol konnte sie sich
wieder für Gott öffnen: Jesus wurde für sie zum Weg, zur Wahrheit und
zum Leben. Und er führte sie zu Gott, ihrem himmlischen Vater. Heute weiss
sie, dass der Heilige Geist in ihr wohnt, ihr Tröster und Berater ist,
Wahrheit aufdeckt, Weisheit, Kraft, Geborgenheit und Sicherheit vermittelt.
«Alle diese Erfahrungen haben mich zu dem Menschen
gemacht, der ich heute bin», blickt sie zurück. Darum würde sie auch nichts
ändern, wenn sie die Chance hätte, ein zweites Mal zu leben. Ihr Stolz
und ihr Egoismus zerbrachen mit der Erkenntnis, auf Gott angewiesen zu
sein.
Natalie Stangl ist nicht mehr der gleiche Mensch
wie früher. Sie arbeitet heute als Seelsorgerin und Lebensberaterin. «Eine
Frau, die mich als Teenager erlebt und zusammen mit meiner Mutter für
mich gebetet hatte, wusste zuerst gar nicht, wer ich war, brach dann aber
in Tränen aus, als sie mich bei einem Seelsorgekurs, den ich leitete,
wieder-erkannte.» Weiter ist Natalie Stangl Leiterin der Frauengruppe
«Women of Unity», welche Frauen jeder Sozialschicht mit dem Evangelium
erreichen möchte.
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Andreas Stangl sagt über seine Frau:
«Sie bringt die Sachen auf den Punkt, ist zielstrebig, begeisterungsfähig
und kann Menschen motivieren durchzuhalten. Ich staune immer wieder über
ihr Einfühlungsvermögen, ihre Menschenkenntnis und die Ziele, die sie erreichen
will. Denn Ideen sollen verwirklicht und nicht auf die lange Bank geschoben
werden. Manchmal ist sie zu gutgläubig. Vertrauen, das sie in andere Menschen
gesetzt hatte, wurde auch schon missbraucht oder gegen sie verwendet.» Früher
war sie darauf bedacht, ihre eigene Persönlichkeit zu wahren, nun sagt man
von ihr, dass sie die Würde anderer Menschen achte. |
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Von sich selber
sagt Natalie Stangl: «Ich bin offen und auch sehr direkt. Zu direkt manchmal.
Mir macht es nichts aus, mit der Wahrheit konfrontiert zu werden. Das finde
ich spannend, und es verhindert Missverständnisse zum vornherein. Und ich
will die Menschen dazu ermutigen, Jesus selber zu suchen, und wünsche mir,
dass sie sich nicht abhängig machen von Menschen und deren Erfahrungen über
Gott.» (be) |
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